20.08.2026
Arkvakantie in Tecklenburg
Arkvakantie in Tecklenburg: Was die Belgier/-innen erlebt haben, erzählt Jewel Tacod, Leiterin der Arche-Gemeinschaft in Gent.
Zu Beginn des Jahres wurden wir vom Team der Arche-Gemeinschaft in Gent damit beauftragt, unsere „Arkvakantie“ (Arche-Ferien) für den Sommer 2026 zu organisieren. Also haben wir uns mit den Bewohner/-innen zusammengesetzt und sie nach ihren Wünsche und Anliegen für die Ferien gefragt. Was mir dabei am meisten im Gedächtnis geblieben ist, war, dass sie Frankreich schon oft genug gesehen haben und gerne ein neues Land kennenlernen möchten. Glücklicherweise hatten wir erfahren, dass auch auch die Arche Tecklenburg noch auf der Suche nach einer Gemeinschaft für einen Austausch war. Wir wussten: Diese Gelegenheit sollten wir nicht verpassen! Ohne zu Zögern haben wir uns mit den Tecklenburgern abgesprochen, dass wir sie Anfang August für eine Woche besuchen. Dann ging es „nur“ noch darum, alles rechtzeitig zu organisieren.
Als wir in Tecklenburg ankamen, fiel uns als Erstes die ruhige Lage auf. Die Natur, die steil abfallenden Hügel (so etwas findet man in Belgien kaum), die vielen Radfahrer. Das Haus ist sehr modern, geräumig und praktisch eingerichtet! Wir werden auf jeden Fall einige Ideen mit nach Gent zurücknehmen. Am meisten hat uns das Wäschewaschsystem beeindruckt. Stellt euch vor, ihr werft eure schmutzige Wäsche in ein Loch und müsst euch keine Gedanken mehr darüber machen. (Anmerkung der Redaktion: Im Haus in der Apfelallee ist bei der Sanierung ein Wäscheabwurfschacht eingebaut worden.)
Was wäre ein Urlaub ohne geplante Aktivitäten? Wir besuchten den Osnabrücker Zoo, gingen in Münster einkaufen, schwammen und spielten Minigolf am Alfsee, gingen in Osnabrück bowlen und wanderten auf den Wegen rund um Tecklenburg. Im Haus haben wir unsere Freizeit mit Kartenspielen, Jam-Sessions mit allen Musikinstrumenten, einem Bingo-Abend und natürlich einem Abschlussgrillen samt Abschlussparty ausgefüllt.

Mitte der Woche erhielten wir eine unerwartete Einladung von Inge, der Hausleiterin bei den „Campern“. So nennen sich die Bewohner/-innen im zweiten Haus der Arche in Tecklenburg: Extra für uns hatten sie einen Umtrunk mit Häppchen vorbereitet. Wir wurden herzlich empfangen und trotz der Sprachbarrieren konnten wir die Neugier der Bewohner/-innen spüren und ihre Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen. Um uns kennenzulernen, verrieten wir uns gegenseitig auf Deutsch unser jeweiliges Geburtsjahr und erzählten uns dann, wofür unsere jeweiligen Heimatländer – Belgien und Deutschland – bekannt sind. Wir stellten fest, dass wir mehr gemeinsam haben als wir dachten.
Viele unserer Bewohner/-innen waren im letzten Jahr nicht im Urlaub gewesen, daher hofften wir, die Ferien in Tecklenburg zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Es stellte sich heraus, dass es für sie einer ihrer besten Urlaube überhaupt geworden war. Wir möchten uns bei André und dem gesamten Team aus Tecklenburg dafür bedanken, dass sie diese Woche möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank geht auch an Fabi, unseren ESC-Freiwilligen, einen deutschen Muttersprachler. Er hat so fabelhaft übersetzt, dass die Reise reibungslos verlief. Bei mir dagegen hat hat eine Woche in Deutschland nicht ausgereicht, dass ich mich sprachlich zurechtfand, obwohl ich auch eine Sprachlern-App dabei hatte. Am Ende der Reise sagten alle, die Woche sei wie im Flug vergangen. Einige wollten den Aufenthalt verlängern, während andere sich auch darauf freuten, wieder in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Eines ist sicher: Die Bewohner/-innen der Arche Gent und wir vom Team würden das auf jeden Fall wiederholen.

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